Lebenskurs

Ich gehe zu einem Lebenskurs. Seit schon mehr als zwei Jahre habe ich die Entscheidung getroffen: ich möchte mehr über mich lernen. Und nicht nur über mich, sondern auch über das Leben und Werkzeuge, die mir helfen können, den Alltag erfolgreich hinzukriegen. Manchmal gibt es Tage, in denen ich denke, ob es sich tatsächlich löhnt, so viel über einem selber nachzudenken und zu analisieren. Ich könnte eigentlich einfach leben. Wer braucht so was? Einen Lebenskurs? Das Leben ist nicht so schwierig, oder? Man muss nur aufwachen, essen, arbeiten, schlafen und sozialisieren. Echt dumm, immer das gleiche Lied hören sollte uns schon mal Bescheid geben, wie wir dadurch gehen. Aber nein. Das ist nicht Wahr. Ehrlich gesagt ist das Leben so viel mehr. Leben heißt sich in jemandem verlieben, gewinnen, aufhören, verlieren, fühlen, versuchen, das Gleichgewicht zu halten, herunterfallen, schweigen lernen und schreien so laut, wie man kann. Leben bedeutet Unabhängigkeit suchen, wenn man ohne die anderen nicht leben kann. Leben ist so viele Dinge, die man nicht nennen kann, weil es manchmal zu unverständlich ist. Deswegen nehme ich an diesem Lebenskurs teil und ich lerne jede Woche etwas Neues über mich und in generell über uns Menschen. Es ist unfassbar, das Gefühl am Ende jeder Unterrichtsstunde. Ich liebe das Leben jeden Tag ein bisschen mehr, weil ich es so nah an mir spüre. Natürlich ist nicht immer so. Ich wohne ja nicht auf einem bunten Regenwogen mit Einhörner als Nachbarn. Es gibt graue Momente, traurige Gesichter und Stress und Streiten. Das gehört auch zum Leben. Letzendlich geht es darum, den mentalen Knoten zu lösen und weiterzumachen.

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