Der Hund ohne Name

Der Hund hat keinen Name. Er läuft langsam, lässt seinen Kopf hängen und schaut hinunter. Ich mag lieber Katzen. Sie sind nicht so lestig wie die Hunde. Dennoch finde ich irgendwie diesen Hund etwa sympathisch. Er stört mich nicht. Er bellt kaum nicht. Es is, als ob er da gar nicht ist, aber ich kann ihn spüren. Den ganzen Tag bleibt er bei mir. Wir gehen spazieren, einkaufen, treffen uns mit meinen Freunden, essen mit meiner Familie. Niemand sagt nichts über ihn. Niemand ausser mir merkt ihn. Aber er ist plötzlich müde und ich muss ihn in meinen Ärmen nehmen. Wie schwer und belästigt fühlt sich er nun. Jeder Schritt ist schwerer als der letzte. Dann beginne ich wahrzunehmen, dass ich allein bin. Wie ist mir diese unvermeidbare Wahrheit vorher nicht aufgefallen? Der Hund bellt. -Ja, ich weiss es- antworte ich ihn.-Ich habe das eigentlich seit immer gewusst. Ich bin allein. Du bist allein. Wir sind alle so, unser ganzes lächerliches Leben lang.- Der Hund bellt wieder. Er stimmt mir zu. Natürlich ist das so. Der Hund, der keinen Name hat. Was kann er sonst glauben? Es ist Nacht, oder vielleicht auch nicht, aber es fühlt sich so an. Es ist jedenfalls irgendwo in mir dunkel geworden. Der Hund bellt wieder. -Es kann nicht so furchtbar sein, oder?- frage ich unsicher. -Ich will das nicht denken.- Er schaut mich direkt in die Augen. Ich habe echte Angst vor ihm. Er wird größer und schwarzer. Seine Zhäne werden auch gefährlicher und seiner Einblick bedrohlicher. Plötlich kann ich nicht mehr die Trännen anhalten. Der Hund ist riesig und ich kleiner als niemals und weine unter seinem Schatten. Woher kommt diese unaufhaltbare Traurigkeit? Ich habe einen Kloß im Hals und kann nicht reden. Meine Gedanken sterben, bevor sie geboren werden. Alles vergeht zu schnell und ebenso zu langsam. Ich will nichts. Ich will Still. Ich brauche einen Schrei, der alles kaputt machen kann. Ich, ich und immer ich. Der Hund bellt wieder. -Bitte, nicht mehr. Können wir nicht zusammenleben, ohne uns gegenseitig zu zerstören?- Schweigen. Ich warte. Ich beruhige mich. Ich warte noch auf eine Antwort. Schweigen. Ich versuche, mit meiner Leben weiterzugehen. So gehe ich spazieren, einkaufen, treffe mich mit meinen Freunden, esse mit meiner Familie. Und ich weiss er ist noch da, der Hund ohne Name, aber ich lasse ihn nicht laut bellen. -Gib uns Zeit-bellt er. -Alles wird besser.-

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